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Aktuelle Termine:
BUND Treffen
Mittwoch, 20.9.,
18.10. + 15.11.
jeweils 19 Uhr in der Gaststätte 
'Alte Stuben' 
(Am Lamperfeld 58)
Jede/r ist herzlich eingeladen

3.Landpartie  

am 21.10.17:
Der BUND Bottrop besucht zum 3.Mal einen Bauernhof in der Region, diskutiert werden Fragen wie Regionale Versorgung, Massentierhaltung, Einsatz von Chemie.

 NEIN zur   Massentier-             haltung!

Darum: 
Biologische Erzeugnisse aus der Region kaufen. 
Verbrauchertipp: Bauernhof Große- Holtfort, Schäferweg11 (geht vom Heimersfeld/ Grafenwald ab) z.B. Milch zum Selberzapfen 1 l für 60 Cent

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND)

Kreisverband Bottrop

Klaus Lange
Ruhehorst 33
46244 Bottrop
02045 5235

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Waldvögel sind keine Haustiere - Seltene Vogelarten schützen

© Uwe Kunze / pixelio.de

Lebensart

7.10.2013

Ein Fall von verbotenem Handel mit Waldvögeln empört zahlreiche Tierfreunde – Derartige Eingriffe in die Natur sind strafbar

Kirchhellen - Melodischer Gesang, farbenfrohe Federkleider und faszinierende Verhaltensweisen: Zahlreiche Vogelarten sorgen in den Kirchhellener Wäldern für Vielfalt und ziehen menschliche Waldbesucher in ihren Bann. Entsprechend groß war die Empörung in Kirchhellen als bekannt wurde, dass ein 74-jähriger Rentner jahrelang einen verbotenen Handel mit einheimischen Waldvögeln betrieben hat. Der Kirchhellener soll die Tiere mit Lebendfallen und Lockvögeln gefangen haben, um sie später nachzuzüchten und zu verkaufen. Und das ist kein Einzelfall.

Klaus und Sigrid Lange vom Vorstand des BUND in Bottrop möchten die Vogelarten in Kirchhellen schützen. Foto: Jessica Hellmann

„Es gibt tatsächlich einen großen Markt für die Nachzuchten von Waldvögeln“, erklärt Klaus Lange, Kreisvorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Bottrop. Bisher wussten nur die wenigsten, dass auf zahlreichen Websites ein reger Handel mit den Tieren betrieben wird. „Dabei ist es so, dass eine Meldepflicht für alle Nachzuchten besteht. Auch wenn man Haustiere hält und diese Nachwuchs bekommen, muss man es melden.“ Ansonsten mache man sich strafbar. „Nach dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) ist es auch verboten, wildlebende Vögel einzufangen und Eier aus Nestern zu entwenden oder zu zerstören.“ „Auch im Hinblick auf die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer, die viel Zeit aufwenden, um den Vogelbestand in unseren Wäldern zu dokumentieren, bin ich über so einen Fall empört“, sagt Sigrid Lange, die ebenfalls Vorstandsmitglied im BUND ist. „Das ist unmöglich und hat nichts mit Naturliebe zu tun.“ Dabei müsse bedacht werden, dass die Tiere beim Versuch sie zu fangen nicht nur der Natur entnommen, sondern auch verletzt und vielleicht sogar getötet werden könnten. Zudem benötigen Waldvögel ein großes Gebiet zum Fliegen – das sei in Gefangenschaft natürlich nicht gegeben. „Obwohl der Vogelbestand in den vergangenen Jahren abgenommen hat, sind insgesamt wieder mehr Arten in der Region dokumentiert worden. Umso unverständlicher ist es, wenn Menschen diese Vielfalt zerstören“, so Sigrid Lange weiter. „Jeder Eingriff in die Natur verändert den Lebensraum. Auf lange Sicht gefährdet man auf diese Weise den Bestand.“

Artenvielfalt in Kirchhellen

Dabei haben die Kirchhellener Wälder eine ganze Menge zu bieten. Von der Uferschwalbe über den Eisvogel, den Silberreiher und die Grasmücke bis hin zum Kleiber tummeln sich hier unzählige faszinierende Arten. Da der Lebensraum und die Nistmöglichkeiten immer stärker eingeschränkt werden, nehmen die Bestände vieler Vogelarten jedoch ab. „Umso wichtiger ist es, die vorhandenen Arten zu schützen“, sagt Klaus Lange. „Vögel wie die Mönchsgrasmücke oder der Gimpel stehen noch nicht auf der Roten Liste gefährdeter Arten – sie sind aber nur einen Flügelschlag davon entfernt.“

Selbst Menschen, die nur helfen möchten, können unbeabsichtigt viel falsch machen. „Findet man einen Vogel am Waldrand, sollte man sich zunächst vergewissern, dass es sich nicht um einen Nestflüchter handelt, bevor man ihn anfasst“, fährt der Naturschützer fort. „Wenn Jungvögel ihre Nester verlassen, kann es vorkommen, dass sie sich übernehmen und einige Zeit auf dem Boden sitzen. Das heißt aber nicht, dass sie verletzt sind oder dass die Mutter nicht in der Nähe ist.“ Findet man aber tatsächlich einen verletzten Vogel kann man ihn vorübergehend aufnehmen und pflegen. „Wenn es sich hier um streng geschützte Arten handelt, muss man die Aufnahme der Unteren Naturschutzbehörde melden“, fügt Sigrid Lange hinzu. „Es ist in diesem Fall empfehlenswert, sich an das städtische Veterinäramt oder den BUND zu wenden. Hier gibt es Fachleute, die sich bestens auskennen.“
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Wir bewahren Vielfalt

Allein in Deutschland gibt es etwa 70.000 verschiedene Tiere, Pflanzen und Mikroorganismen. Diese biologische Vielfalt bildet die Grundlage allen Lebens – auch die unserer Existenz. Und sie ist gefährdet. Die „Roten Listen der bedrohten Arten“ sind zum Gradmesser des Verlustes geworden. Über 7.000 Tierarten gelten in Deutschland als gefährdet oder sind sogar vom Aussterben bedroht.

 


Der BUND setzt sich deshalb schon lange auf verschiedenen Ebenen für die Artenvielfalt ein: mit politischem Druck und rechtlichem Widerstand gegen jede Form der Naturzerstörung und mit dem praktischen Einsatz vieler Freiwilliger, die überall in Deutschland wertvolle Lebensräume erhalten und betreuen.

In Orts- und Kreisgruppen bauen BUND-Aktive Krötenzäune, sie organisieren Schmetterlingszählungen oder pflegen die lokale Orchideenwiese. Vereint in Landesverbänden kämpfen sie für Schutz und Ausweitung wichtiger Rückzugsgebiete heimischer Tiere und Pflanzen. In bundesweiten Projekten schaffen sie zum Beispiel das „Rettungsnetz für die Wildkatze“ – eines der größten Artenschutzprojekte Europas.

Auf unseren Internetseiten erfahren Sie mehr über den Artenschutz beim BUND. Sie finden Informationen, wie Sie selbst aktiv werden können – alleine zu Hause, im Garten oder in der nächsten Gruppe des BUND. Und wir weisen Sie auf die Möglichkeit hin, zu spenden. Denn Artenschutz braucht Geld. Und er ist es wert. Oder mögen Sie sich eine Welt ohne Schmetterlinge, Orchideen, Wildkatzen und Co. vorstellen?

Übrigens: Projekte des BUND, bei denen der Schutz von Flächen und Biotopen – wie Elbe oder Grünes Band – im Vordergrund stehen, finden Sie unter Naturschutz.

schwund hält weiter an / Landesnaturschutzgesetz „zu halbherzig“

Aber auch kleine Erfolge. BUND stellt anlässlich des Tags des Artenschutzes erste Biber-Seite online.

Anlässlich des Internationalen Tags des Artenschutzes am 3. März weist der nordrhein-westfälische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) auf den nach wie vor anhaltenden Schwund der Arten hin. Gleichzeitig kritisierte der Umweltverband den Entwurf für ein Landesnaturschutzgesetz als „zu halbherzig“.

Stachelbeerspanner- Schmetterling des Jahres 2016Stachelbeerspanner- Schmetterling des Jahres 2016„45 Prozent der untersuchten Arten – und untersucht sind nur etwa 12.000 von rund 44.000 Arten – sind landesweit bereits gefährdet oder ausgestorben. Insgesamt ist die Lage also wahrscheinlich noch dramatischer, als wir bisher wissen“, sagte der Landesvorsitzende des BUND, Holger Sticht.

Wesentliche Ursache hierfür sei der anhaltend hohe Flächenverbrauch von 10 Hektar pro Tag in NRW sowie die industrielle Landwirtschaft mit massiven Düngungen, Pestizideinsatz und immer intensiverer Bodenbearbeitung. Gerade bei Arten der Agrarlandschaft sei der deutlichste Abwärtstrend erkennbar.

Dies werde durch intensive Formen der Jagd noch zusätzlich verstärkt. So hat der Kreis Recklinghausen gerade die Ringeltaube zum Abschuss während der kompletten nun startenden Brutzeit genehmigt. Weitere Kreise und Städte könnten folgen.

„350.000 Ringeltauben töteten Jäger nach Angaben des Umweltministeriums allein im Jagdjahr 2014/2015 in NRW. Damit finden vor unserer Haustür Massentötungen mit den damit verbundenen Störungen auch für gefährdete Arten wie Kiebitz und Rebhuhn statt, wie wir sie in Mittelmeerländern zu Recht anprangern, nur dass diese bei uns auch während der Jungenaufzucht stattfinden“, so Sticht.

Aber auch die Streichung des Totholzschutzes im Wald im zweiten Entwurf des Landesnaturschutzgesetzes, der am 3. März erstmals im Landtag auf der Tagesordnung steht, mache deutlich, dass die Landesregierung bisher zu wenig getan habe, um das Löschen der Festplatte unserer Natur zu stoppen.

Es gibt aber auch einzelne Erfolge des ehrenamtlichen Naturschutzes, die zeigen, dass sich Artenschutz lohnt. Populäres Beispiel ist die durch den BUND initiierte Wiederansiedlung des Wanderfalken in NRW. Die Art konnte sogar inzwischen wieder von der Roten Liste gestrichen werden.

Auch der einst ausgerottete Biber breitet sich mittlerweile wieder selbstständig in ganz NRW aus. Anlässlich des Tags des Artenschutzes stellt der BUND die erste NRW-Internetseite zum Biber online: www.biber-nrw.de . „Wir wollen den Biber willkommen heißen und für ihn werben, denn wir brauchen ihn als Motor für die Wiederbelebung unserer Fließgewässer“, sagte Sticht.